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Mit dem Wohnmobil in Norwegen – Campersuche & Wildcampen

GASTBEITRAG – Dass Pia und ich unser Herz an Norwegen verloren haben, das ist kein Geheimnis. Wir sind allerdings nicht die einzigen in unserem Freundeskreis, die das skandinavische Land lieben gelernt haben. Um euch noch mehr Erfahrungen bieten zu können, berichtet unsere Freundin Janika in einer Gastbeitragsreihe über ihre Reise mit Wohnmobil nach Norwegen – inklusive Freund, Baby und Hund. Los gehts:

Mit dem Wohnmobil nach Norwegen

Als Svenja und Pia auf mich zukamen und fragten, ob ich Lust und Zeit hätte, einen Blogeintrag für zu schreiben, zögerte ich keine Sekunde. Na, klar! Wir waren vier Wochen mit unserem (geliehenem) Camper in Norwegen unterwegs. Wir, das bin ich (Jani), mein Freund Tobi, unsere Labradorhündin Dio und unser neuester Familienzuwachs Reik, unser 6 Monate alter Sohn.

Mit Baby war uns klar, dass wir nicht – wie letztes Jahr – mit unserem PKW und einem Zelt reisen wollten. Schon gar nicht im September, wenn man mit dem Wetter wirklich viel „Pech“ haben kann. Wir brauchten also zuallererst einen fahrbaren Untersatz. Letztendlich haben wir den perfekten Camper für uns gefunden, aber das hat einige Wochen Zeit in Anspruch genommen.

Wie finde ich das passende Wohnmobil?

Wir hatten keinerlei Erfahrungen mit Wohnmobilen, keine Ahnung, worauf man achten muss, was uns überhaupt wichtig ist und was an Kosten auf einen zukommt. Ich habe vor allem viel recherchiert, bis wir fündig geworden sind.

Im Grunde habt ihr zuerst einmal die Wahl zwischen gewerblichen und privaten Anbietern.

Private Anbieter für Wohnmobile

Bei den privaten Anbietern könnt ihr euch das ähnlich vorstellen wie beim „Airbnb“-Prinzip. Auf diversen Plattformen bieten Privatleute ihre Wohnwagen, Wohnmobile, Camper oder den ausgebauten Bulli an, die ihr für einen Zeitraum mieten könnt. Die Preise (und andere Konditionen) werden von den Wohnmobilbesitzern festgelegt, eine Kaution ist üblich und versichert seid ihr meistens über die Plattform selbst. Für uns kam diese Art der Campermietung zuerst in Frage und wir hatten bereits mit 2,3 Leuten einen sehr netten und sympathischen Austausch. Aus unterschiedlichen Gründen kam es hier aber nicht zur Vermietung; die Fahrzeuge passten letztendlich nicht so gut zu uns und unserem Vorhaben. Wir waren mit der Wohnmobilsuche auch recht spät dran und so spontan ist es schwierig, das Passende mit Hund und Baby zu finden. Wer früh genug dran ist, wird hier aber sicherlich fündig!

Gewerbliche Anbieter für Wohnmobile

Ich stöberte parallel diverse gewerbliche Anbieter durch. Gefühlt habe ich das komplette Internet auseinandergenommen und mir jeden Anbieter angeschaut, den es gibt. Die Angebote unterscheiden sich teilweise enorm und genau zu vergleichen macht hier definitiv Sinn – vor allem, wenn ihr länger weg wollt. Mit der Zeit bekam ich einen guten Überblick und auch immer mehr ein Gefühl dafür, was uns auf der Reise wichtig ist und worauf es ankommt.

Worauf sollte man beim Camper achten?

Nicht nur die Preise schwanken sehr, sondern auch andere (nicht unwichtige) Konditionen. Sind Hunde erlaubt? Kostet mein Haustier extra? Wie sind wir versichert und wie hoch ist der Eigenanteil der Versicherung, den man auf den Mietpreis draufzahlen muss? Wieviele Freikilometer haben wir pro Tag? Vor allem bei langen Roadtrips wie der, den wir geplant hatten, ein sehr wichtiger Punkt! Überschreitet ihr die KM-Grenze, müsst ihr die zu viel gefahrenen Kilometer nachzahlen.

Letztendlich entschieden wir uns für einen Camper von roadfans.de. In allen Punkten passten die Angebote am besten zu uns und nachdem ich vor der Buchung die Hotline angerufen habe, um ein-zwei Fragen zu klären, war das ein so sympathisches Gespräch, dass wir zuschlagen mussten. 🙂

Ausschlaggebend war ein guter Preis, die hohe freie Kilometergrenze von 300 Freikilometern am Tag (die meisten Anbieter ziehen die Grenze bei 200km), unser Hund war willkommen und die Jungs und Mädels von roadfans sind sogar telefonisch und per WhatsApp 24 Stunden zu erreichen, falls ihr mal auf eurer Reise Probleme mit oder Fragen zum Wohnmobil habt. Was uns vor allem gefallen hat, ist die Tatsache, dass wir hier – und das unterscheidet roadfans ganz enorm von allen anderen Anbietern! – das Wohnmobil sieben Tage/24 Stunden abholen und wegbringen konnten. Hier läuft es ähnlich wie beim Carsharing. Der Schlüssel liegt im Handschuhfach, ihr öffnet das Fahrzeug mit einem Klick auf eurem Smartphone und könnt losfahren. Das Gleiche, wenn ihr das Fahrzeug wieder wegbringt. Hier ist keine Terminabsprache oder Treffen nötig – ja, das ist mit einem Baby (mit dem man es selten pünktlich schafft…) ein Träumchen gewesen.

Und das Sahnehäubchen war natürlich das frei verfügbare WLAN im Camper unterwegs 😉 Außerdem lag für Dio tatsächlich eine Packung Leckerlies im Wohnmobil als Willkommensgeschenk. Da hüpfte mein Hundemamaherz!

Wildcampen in Norwegen

Viele wissen, dass das Wildcampen in Norwegen meistens ohne Probleme möglich ist (dank dem sog. „Jedermannsrecht“). Wichtigste Regel ist hier natürlich, den Ort so zu verlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Die Natur zu respektieren und vor allem seinen Müll wieder mitzunehmen! Dann ist Wildcampen überall erlaubt, wo es nicht durch z.B. eine Beschilderung verboten wird. Achtet auf Verbotsschilder, wenn diese euch begegnen. Außerdem solltet ihr genug Abstand zu Wohnhäusern halten – bei der geringen Bevölkerungsdichte (vor allem im Norden) ist das meistens kein Problem.

Wichtiger Hinweis, wenn ihr mit einem Camper reist

Das „Jedermannsrecht“ bzgl. des Wildcampens bezieht sich nur auf Zeltcamper. Seid ihr mit einem Wohnmobil oder sogar Wohnwagen unterwegs, wird dies zur Zeit noch nur toleriert. Hier heißt es also noch einmal mehr: unauffällig stehen, die Natur respektieren und seinen Abwassertank selbstverständlich nicht in dieser entsorgen! Sucht euch eure Stellplätze mit dem Mobil also mit Bedacht aus, geht sicher, dass ihr niemanden stört und sucht euch im Zweifel einen anderen Stellplatz oder gar einen Campingplatz.

Wir haben bis auf 4-5 Nächte ausschließlich in der Natur übernachtet; dies war nirgends ein Problem und wir standen auf allen Plätzen immer allein. Hatten wir doch mal Bedenken, sind wir einfach weitergefahren.

App-Empfehlung

Die App Park4Night ist eine App von Camper für Camper. Hier können Camper (sei es mit Wohnmobil oder Zelt) ihre Standorte eintragen und weiterempfehlen. Hierüber fanden wir ein paar wirklich wunderschöne Stellplätze in der Natur, einsame Strände und Wälder mit Möglichkeiten, eine Nacht zu verbringen.

Seid ihr schon mal mit Wohnmobil und Hund unterwegs gewesen? Wie waren eure Erfahrungen? Berichtet es uns gerne!

Janikas Alltag mit Hund und Baby könnt ihr auch auf ihrem Instagramkanal verfolgen. 🙂

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